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Keine falsch verstandene Toleranz

Bei der Kopftuchdebatte geht es nicht allein um eine Kopfbedeckung. Das Tragen dieses Kleidungsstücks ist für viele Frauen in der Türkei eine Angewohnheit, sicherlich auch aus religiösen Gründen.

Bei der Diskussion, ob Lehrerinnen in der Schule ein Kopftuch tragen dürfen, geht es um viel mehr. Für viele, die sich vehement für das Tragen eines Kopftuches einsetzen, spielt es als Symbol ihrer politisch-ideologischen Gesinnung eine sehr zentrale Rolle. Die Interpretation des seinem Wesen nach sehr toleranten Islam darf nicht fundamentalistischen Kräften überlassen werden.

Dieses Verlangen ist nur Teil eines gesamten Forderungskatalogs. Dem folgen nun Forderungen nach einer Trennung von Jungen und Mädchen beim Schwimm- und Sportunterricht, wie man es in Hamburg seit einigen Wochen erlebt. Demnächst werden wir, wenn diesen Forderungen nachgeben wird, mit dem Wunsch konfrontiert werden, getrennte Klassen für Jungen und Mädchen einzurichten.

Genau aus diesen Gründen bleibt die Türkei als ein laizistischer Staat in dieser Frage zu Recht sehr konsequent und erlaubt das Tragen des Kopftuches in den staatlichen Einrichtungen nicht. Ebensowenig kommt getrennter Sport- oder Schwimmunterricht nicht in Frage.

Deutschland sollte sich diese Erfahrungen zu eigen machen und nicht aus falsch verstandener Toleranz dieser Gesinnung Tür und Tor öffnen.

Prof. Dr. Hakkı Keskin