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Appell an die Koalitionsparteien: Mut zur Vielfalt

Mittwoch, der 31. Januar 2018Politische Partizipation, Startseite: Slider-Dia, Themen

Wir brauchen ein Bekenntnis zur Einwanderungsgesellschaft in Deutschland

In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? Die Ergebnisse der Sondierungsgespräche geben uns eine ziemlich pessimistische Antwort auf diese Frage. Auf insgesamt drei Seiten haben sich die Unionsparteien CDU/CSU und die SPD auf Grundlagen der zukünftigen Migrations- und Integrationspolitik geeinigt, auf die ihre Koalitionsverhandlungen nun aufbauen sollen. Sämtliche Inhalte kreisen um die Fluchtmigration seit 2014/2015, als wäre Deutschland nicht schon lange ein Land, das von Einwanderung und Vielfalt geprägt ist. Statt Entschlossenheit und neuer Ansätze zur Gestaltung einer Gesellschaft der Vielfalt dominieren Begrenzung und die Angst vor Überforderung und „Überfremdung“.

Aktuell weist jede*r fünfte Einwohner*in Deutschlands einen Migrationshintergrund auf (bei Kindern unter sechs Jahren beträgt der Anteil in manchen Regionen bereits mehr als 60 Prozent). Diversität ist kein Sonderfall, sondern längst Normalität. Politische Entscheidungsprozesse und Institutionen müssen dieser demographischen Entwicklung gerecht werden. Wir brauchen einen migrations- und integrationspolitischen Perspektivenwechsel. Wir brauchen eine Vision des Zusammenlebens, die für eine breite Mehrheit der Menschen dieses Landes Gültigkeit besitzt.

Es ist wichtig, dass sich die zukünftige Regierung klar zum Einwanderungsland Deutschland bekennt. Ein solcher Konsens kann Ausgangspunkt sein, um die Einwanderungsgesellschaft mutig zu gestalten, Konflikte offen anzusprechen und gemeinsam mit der vielfältigen Zivilgesellschaft zu lösen.

Wir appellieren an die Verantwortlichen der neu zu bildenden Bundesregierung: Setzen Sie die konstruktive Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft als zentrales Thema auf die politische Tagesordnung! Dazu gehören gerechte Teilhabechancen für alle Menschen in diesem Land, eine nachhaltige Antidiskriminierungspolitik und wirksame Strategien gegen jede Form von Rassismus. Wir brauchen eine Integrationspolitik, die Gesellschaftspolitik für alle ist. Eine Integrationspolitik, die sich nur auf Menschen mit Migrationshintergrund fokussiert, ist nicht mehr zeitgemäß.

Nutzen Sie die Chance, Deutschland in vielen Bereichen neu zu denken und zum Wohle aller zu modernisieren. Die Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft ist einer der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands!

Der Appell als PDF zum Download

Eine Initiative von:

Liste der Erstunterzeichner*innen:

Annelie Buntenbach (Mitglied des geschäftsführenden DGB-Bundesvorstands)
Amadeu Antonio Stiftung
Bund der Spanischen Elternvereine in der Bundesrepublik Deutschland
Bundesverband russischsprachiger Eltern
Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung
Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband
Deutscher Soldat
DeutschPlus
Föderation Türkischer Elternvereine in Deutschland
Kroatischer Weltkongress in Deutschland
Lesben- und Schwulenverband (LSVD)
Neue Deutsche Organisationen
Polnischer Sozialrat
Pro Asyl
Prof. Dr. Naika Foroutan (stellv. Direktorin des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung)
Prof. Dr. Vassilis Tsianos (Fachhochschule Kiel)
Rat für Migration
Salaam Shalom Initiative Berlin
Türkische Gemeinde in Deutschland
Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege, Empowerment und Diversity
Vietnam-Zentrum
Zentralrat der afrikanischen Gemeinden in Deutschland
Zentralrat der Muslime in Deutschland

Weitere Unterzeichner*innen:

Flüchtlingsrat Niedersachsen
Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart
Cameo Kollektiv
Wir machen das
Alhambra Gesellschaft
Tuncay Gary (Schauspieler, Dichter)
afrikAkzent Media
Seraji Foundation
MOZAIK gemeinnützige Gesellschaft für interkulturelle Bildungs- und Beratungsangebote
Interkulturelles Netzwerk von Unternehmer/-innen und Akademiker-innen in Ostwestfalen-Lippe
Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt der SPD
Daughters and Sons of Gastarbeiters
Kathrin Erdmann (Journalistin)
Das Götheprotokoll
Roma Center Göttingen
Roma Antidiscrimination Network
Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf
Arbeitsgemeinschaft Migrantinnen, Migranten und Flüchtlinge in Niedersachsen – amfn
TD-Plattform
Türkischer Bund in Berlin-Brandenburg
Dialog macht Schule
Flüchtlingsrat Baden-Württemberg
Korientation
Dr. Christine Horz (Ruhr-Universität Bochum)
Migration, Entwicklung und Partizipation MEPa
TEMA-Stiftung für den Naturschutz
Alparslan Babaoğlu-Marx (Kabarettist)
Landesarbeitsgemeinschaft Grüne MuslimInnen NRW
FraTÖP – Türkische Studentenplattform Frankfurt
Türkische Gemeinde Hessen
AFROTAK TV cyberNomads
Comitato Italiani all´Estero Berlino-Brandenburgo
Prof. Sabine Hess (Leiterin des Labors für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung)
Bund türkischer JournalistInnen in Europa (ATGB)
Landesarbeitsgemeinschaft Mädchenarbeit in NRW
Kleiner 5
Bundes Roma Verband
Initiative Selbständiger Immigrantinnen (ISI)
Netzwerk der Migrantenorganisationen in Mecklenburg-Vorpommern (Migranet-MV)
Bund der Türkischen Lehrervereine in Deutschland (ATÖF)
Türkische Gemeinde Baden-Württemberg
renk.-Magazin
Eine Welt der Vielfalt
Miltiadis Oulios (Journalist)
KulturForum TürkeiDeutschland
Türkische Gemeinde Schleswig-Holstein
Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden in Deutschland
Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland
Bundesarbeitsgemeinschaft der Regionalen Arbeitsstellen (RAA) und der Freudenberg Stiftung
Korea-Verband
Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt
Niedersächsischer Integrationsrat
Verband für Interkulturelle Arbeit – VIA
Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland
Flüchtlingsrat Thüringen
Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA)
Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst)
Diakonie Hessen – Diakonisches Werk in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck
Zugvögel – Grenzen überwinden