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Rassismus bedroht uns alle!

Kiel/Berlin – Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H) gedenkt der Opfer des Brandanschlags in Mölln vor 26 Jahren.

Auch in diesem Jahr gedenkt die Stadt Mölln der Opfer der rassistischen Brandanschläge vom 23. November 1992, bei denen Yeliz Arslan, Bahide Arslan und Ayşe Yılmaz getötet und neun weitere Menschen verletzt wurden.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) und Vorsitzende der TGS-H, Dr. Cebel Küçükkaraca, erklärt:

„Mölln wurde durch diesen Anschlag zu einem Symbol für rechten Terror und Rassismus in Deutschland. Mölln führte aber auch zu einer zivilgesellschaftlichen Mobilisierung gegen Menschenhass. Gleichwohl dürfen wir uns heute nicht zufrieden zurücklehnen. Rassismus bedroht weiterhin das friedliche Zusammenleben unserer Gesellschaft. Rechtsextremist*innen verüben weiterhin Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und Migrant*innen empfinden sich in Teilen der Bundesrepublik aufgrund faktischer No-Go-Areas nicht mehr sicher.“

Mit dem Anschlag von Mölln erreichte die Gewalt gegen Minderheiten in Deutschland eine dramatische neue Stufe: Es war der erste rassistisch motivierte Anschlag im wiedervereinigten Deutschland, bei dem Menschen starben.

Dr. Küçükkaraca hält fest:

„Wir erleben bis heute ein strukturelles Versagen auf vielen Ebenen. Den Pogromen Anfang der 90er Jahre ging eine Asylrechtsdebatte voraus, die von rassistischen Stereotypen dominiert war. Auch heute bereiten rechte Bewegungen und eine rechte Partei im Bundestag den Nährboden für Hass und Gewalt. Der Anschlag in Mölln und die NSU-Morde sind in einem gesellschaftlichen Umfeld entstanden, in dem rassistische Diskurse akzeptiert wurden. Die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Rassismus muss stärker auf die öffentliche und politische Agenda rücken.“

Die TGS-H wird an dem gemeinsamen Gedenken am Freitag teilnehmen. Nach einem interreligiösen Gottesdienst findet das Gedenken an beiden Anschlagsorten in der Mühlenstraße sowie der Ratzeburger Straße mit Kranzniederlegungen und Redebeiträgen statt.

Die Pressemitteilung als PDF.