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Die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein gedenkt der Opfer des Brandanschlags in Mölln

Am 23. November 2019 jähren sich die rassistischen Brandanschläge von Mölln zum 27. Mal. Im
Jahre 1992 hatten zwei Neonazis das Haus der Familie Arslan in Brand gesetzt und dabei die 51-
jährige Bahide Arslan, die 10-jährige Yeliz Arslan sowie die 14-jährige Ayşe Yılmaz ermordet. Die Stadt
Mölln gedenkt seit 1992 jedes Jahr der Opfer des rassistischen Brandanschlags.
Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H)
gab dazu im Vorfeld an: „Wir sind traurig, dass eine kleine Stadt wie Mölln zu einem großen Symbol
für Rassismus geworden ist. Der Brandanschlag vor 27 Jahren hat nicht nur die Menschen in Mölln
und Schleswig-Holstein sondern ganz Deutschland erschüttert. 27 Jahre sind eigentlich eine lange Zeit.
Aber die Leere in der Familie und der Schmerz bleiben ewig. Deswegen ist es auch unsere Aufgabe,
nicht nur unser tiefempfundenes Beileid auszusprechen, sondern ständig und für immer mit der
Familie mitzufühlen.“
Mit dem Anschlag von Mölln erreichte die Gewalt gegen Minderheiten in Deutschland eine
dramatische neue Stufe: Es war der erste rassistisch motivierte Anschlag im wiedervereinigten
Deutschland, bei dem Menschen starben.
Herr Dr. Küçükkaraca hielt weiter fest:„ Dieser Anschlag war gleichzeitig auch ein Angriff auf uns alle
und unsere Gesellschaft. Unsere Aufgabe kann heute wie jedes Jahr nur darin bestehen, auf diese
unmenschliche Tat mit menschlicher Größe zu antworten, nicht zu vergessen und uns für ein
menschenwürdiges Zusammenleben einzusetzen. In einer Zeit, in der in unserem Land Menschen
täglich angefeindet und angegriffen werden, weil sie Asylbewerber und Asylbewerberinnen oder
Flüchtlinge sind, können und dürfen wir nicht wegschauen. Ein Angriff auf eine einzelne Person, die in
Deutschland Schutz sucht, ist auch ein Angriff auf Deutschland, auf unseren Rechtsstaat und auf uns
alle. Daher müssen wir uns ganz besonders schützend vor die Menschen stellen, die Ziel von
Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus sind.“
Die TGS-H wird an dem gemeinsamen Gedenken am Samstag teilnehmen. Nach dem Mevlut in der
Fatih Sultan Moschee und dem gemeinsamen interreligiösen Gottesdienst in der St. Nicolai-Kirche
findet ein gemeinsamer Gang zum Brandhaus in der Mühlenstraße 9 und zum ehemaligen Brandhaus
in der Ratzeburger Straße statt, begleitet von Kranzniederlegungen, Gedenken und Redebeiträgen.
Darüber hinaus wird die TGS-H an der Gedenkveranstaltung in Kiel-Gaarden mit Abschluss auf dem
Bahide-Arslan-Platz teilnehmen.

 

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