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Pressemeldung zum geplanten Treffen des Bundespräsidenten mit den Hinterbliebenen der Opfer der NSU-Morde

Cuma Ocak 4th, 20132013, Pressemitteilung, NSU,
Kenan Kolat

Berlin, 30.12.2012

Pressemeldung zum geplanten Treffen des Bundespräsidenten mit den Hinterbliebenen der Opfer der NSU-Morde

In einer ersten Stellungnahme hat die Türkische Gemeinde in Deutschland, den Wunsch des Bundespräsidenten, sich mit den Hinterbliebenen der Opfer der NSU-Morde Ende Januar 2013 zu treffen, begrüßt.

Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat erklärte hierzu: „Ich finde es richtig, dass sich der Bundespräsident nach einem Jahr des Auffliegens der NSU sowohl mit den Mitgliedern des Bundestagsuntersuchungsausschusses als auch mit den Hinterbliebenen trifft. Damit setzt er ein wichtiges Zeichen gegen Rassismus in Deutschland. Ich hatte diese Bitte bereits Mitte Oktober 2012 mit einem Brief an ihn gerichtet. Zunächst wurde meine Bitte abgelehnt. Dass Herr Bundespräsident nun die Einladung an die Opferfamilien ausspricht, wird eine große Zustimmung finden.“

Es sei wichtig, dass das Thema >>Bekämpfung des Rassismus<< auch in 2013 auf der obersten Tagesordnung bleibe, so Kolat weiter. „Ich rufe alle gesellschaftlichen demokratischen Kräfte auf, sich weiterhin gegen Rassismus zu stellen. „Wir brauchen eine Kultur der Solidarität in Deutschland, und keine Wir-Ihr-Diskurse“, fügte Kolat hinzu.

Zum 20. Jahrestag Ende Mai 2013 in Solingen werde die Türkische Gemeinde in Deutschland alle führenden Politiker_innen und die Bürgermeister_innen der Städte, in denen rassistische Anschläge auf Minderheiten stattgefunden haben, einladen. „Aus Solingen muss ein deutlicheres Zeichen ausgehen“, erklärte Kenan Kolat.

Kolat: „Außerdem brauchen wir eine Erinnerungskultur für die Opfer der rassistischen Gewalt in Deutschland.“ Zu einer Erinnerungskultur gehöre auch eine zentrale Gedenkstätte für die Opfer aller rassistischen Gewalttaten in Deutschland. Kenan Kolat: „Ich rufe die Bundesregierung auf, sich hierfür stark zu machen. Ich hoffe auf eine breite Zustimmung aller demokratischen politischer Parteien und gesellschaftlicher Organisationen.“