M: info@tgd.de   |    T: +49(0)30-23-63-51-00

TGD-PM: Und noch eine Studie, welche die Diskriminierung auf dem Ausbildungsmarkt belegt

Cuma Ocak 23rd, 20152015, Bildung, Pressemitteilung, NSU,

Die am 22.01.2015 von der Bertelsmann Stiftung vorgelegte Studie belegt zum wiederholten Mal, dass der „Migrationshintergrund“ die Suche nach einem Ausbildungsplatz erschwert: „Aus Sorge vor Sprachbarrieren oder kulturellen Unterschieden haben 60 Prozent der Betriebe noch nie einen Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln eingestellt.“

Dazu erklärte die stellvertretende Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland  (TGD) Ay?e Demir: „ Es ist nicht mehr hinnehmbar, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund auf dem Ausbildungsmarkt diskriminiert werden und die Politik immer noch keine Konsequenzen daraus zieht und Schritte zur Behebung von Diskriminierung verweigert, und das, obwohl die Diskriminierung immer wieder durch unterschiedliche Untersuchungen belegt wird.“
„Diese Diskriminierungserfahrung verursacht bei vielen migrantischen Jugendlichen Resignation und Motivationslosigkeit. Und die Befürchtung, dass sich diese Situation auch bei einer abgeschlossenen Berufsausbildung später in der Arbeitswelt widerspiegelt, verstärkt dies“, so Demir weiter.

Um Diskriminierungen auf dem Ausbildungsmarkt entgegenzuwirken fordert die Türkische Gemeinde in Deutschland bereits seit langen Jahren, dass das anonymisierte Bewerbungsverfahren sowohl im Arbeitsmarkt als auch im Ausbildungsmarkt verpflichtend eingeführt wird.

Zudem sollten öffentlichen Einrichtungen ihrer Vorbildfunktion nachkommen und bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen eine Zielgröße setzen, welche sich an der ethnischen und kulturellen Vielfalt der Gesellschaft orientiert.
„Für uns stellt sich die Frage, wie viele Studien wir eigentlich noch benötigen, um die Diskriminierung von Jugendlichen mit Migrations-hintergrund am Ausbildungsmarkt zu belegen. Diese Tatsache muss doch endlich aus dem akademischen Diskurs heraustreten und in konkrete Maßnahmen münden“, so Demir abschließend.