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Kein Platz für Antisemitismus!

Donnerstag, der 26. November 2015aus den Mitgliedsorganisationen, Religion, Themen

Presserklärung Frankfurt, den 26.11.2015

Kein Platz für Antisemitismus!

Unter der Überschrift „Lernen wir die Juden nach dem Koran kennen“ wurden antisemitische Zitate auf der Homepage der Ditib-Moscheegemeinde in Melsungen bei Kassel veröffentlicht, worin gegen Juden Hetze betrieben wurde. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Islamfeindlichkeit in der Mehrheitsgesellschaft einerseits und die Radikalisierung der türkischen Jugendlichen in Deutschland andererseits verstärkt werden. Die Türkische Gemeinde Hessen verurteilt das Vorgehen der oben genannten Gemeinde auf das Schärfste.

Das Netzwerk gegen Salafismus in Hessen wurde in enger Zusammenarbeit mit der Türkischen Gemeinde Hessen und dem ehemaligen Vorstand des Ditib-Landesverbands mitgestaltet. Zudem ist der Ditib-Landesverband ein wichtiger Partner der hessischen Landesregierung und organisiert seit mehr als zwei Jahren maßgeblich den Islamunterricht an hessischen Schulen. Bei der Einführung des islamischen Religionsunterrichts hatte die Türkische Gemeinde Hessen konstruktiv mitgewirkt, um den muslimischen Schülerinnen und Schülern unter staatlicher Aufsicht einen verfassungsgemäßen islamischen Religionsunterricht zu ermöglichen.

Die Distanzierung und Stellungnahme der Ditib-Bundeszentrale und des Landesverbands in Hessen ist erfreulich. Aber in den letzten Jahren beobachten wir, dass zunehmend die lokalen und regionalen Landesvorstände der Ditib durch die AKP-regierungsnahen Kräfte neu besetzt wurden und werden. Somit versuchten sie die türkischen Wähler in Deutschland unter anderem über die Ditib-Moscheegemeinden für die Parlamentswahlen in der Türkei für die Regierungspartei AKP zu mobilisieren. Das bringt große Gefahren mit sich, da somit die Religion an sich sowie der Religionsverband politisiert wird und seine Neutralität und Glaubwürdigkeit verliert.

In einem Religionsverband haben Politik, vor allem Antisemitismus und Hetze, keinen Platz. Ein glaubwürdiger Religionsverband agiert unabhängig von Regierungskräften, von welcher Seite auch immer. Ein Lippenbekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung ist nicht ausreichend, die Zustimmung muss sich in Taten beweisen.

Die Mehrheit der türkischen Mitbürger in Hessen und in Deutschland sind weltoffene Bürger, die sich gegen jegliche Art von Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit stellen. Sie stehen für eine freiheitlich-demokratische Gesellschaftsordnung und Toleranz.

Als Türkische Gemeinde Hessen verurteilen wir den Antisemitismus sowie jegliche Art von Hetzkampagne gegen Juden oder andere Religionen und Konfessionen. Wir werden uns
weiterhin stark machen, insbesondere gegen den zunehmend sichtbar werdenden Islamismus und Antisemitismus, die durch bestimmte politische Kräfte in die türkische bzw. muslimische Community hineingetragen werden.

Wir hoffen auf weiterhin eine konstruktive Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Religionsverbänden für eine friedliche und demokratisch-freiheitliche Gesellschaft.

Vorstand der Türkischen Gemeinde Hessen e.V.